SchulTV

Das Künstler-Kollektiv Anyma bringt sein mobiles TV-Studio in die Schule und lädt ein, selber Fernsehen zu machen.
Die Techno-Nomaden ziehen unter dem Namen Anyma von einem Ort zum andern, stellen ihr mobiles Studio auf und laden die Leute ein, selber eine TV-Sendung zu gestalten.

Kommt das TV-Studio ins Schulhaus, bestimmen die Schüler, was produziert wird: Talkshows, Reportagen, News oder Soaps. Lieber vor oder hinter der Kamera? Bei Schul-TV ist beides möglich. Nachrichten sprechen, mit der Kamera los- ziehen, Beiträge schneiden, Leute interviewen oder selbst befragt werden – in einer Woche entsteht in Gruppen das Material für eine komplette TV-Show, welche am letzten Tag live mit mehreren Kameras aufgezeichnet wird. Gesendet wird nicht in die Wohnstuben, sondern live in der Schule. Der gesamte Prozess der Fernsehproduktion ist sichtbar: Mitten- drin-Sein statt Fern-Sehen.

Sendungen

Einige der bisherigen SchulTV Sendungen kann man hier ansehen: http://www.anyma.ch/category/productions/schultv/

Fotos

Besonderes / Technische Daten

Wir bringen ein komplettes TV-Studio ins Klassenzimmer und wohnen während der Woche vor Ort in unserem Wohnmobil. Das TV-Studio bleibt während der ganzen Woche aufgebaut. Zum Abschluss produzieren wir eine Live-Sendung zu der möglichst viel Publikum eingeladen wird (andere Schulklassen / Eltern…) Dies stellt ein paar Anforderungen an den Raum:

Auf/Abbau

Sonstiges

Ausrüstung

Wochenplan

Eine typische SchulTV-Woche sieht folgendermassen aus:

Am ersten Morgen begrüssen wir die Schüler in einem komplett aufgebauten TV-Studio als neue Mitarbeiter von SchulTV. Nach einer Einführung, einem Überblick über das Wochenprogramm und ein paar Grundregeln stürzen wir uns gleich ins kalte Wasser und machen zum Aufwärmen ein paar Talkshows, welche wir anschiessend anschauen und besprechen. Nach einer Pause tragen wir in der Redaktionssitzung Ideen für die Sendung zusammen und bilden Teams, welche verschiedene konkrete Vorschläge für Beiträge vorbereiten. Am Nachmittag steht Ausbildung auf dem Programm: Kameraführung, Bildgestaltung, Ton, die Arbeit im Reporterteam und Interviewtechniken. Anschliessen wird das Gelernte in den Gruppen ausprobiert.

Am zweiten Tag besprechen wir journalistische Grundregeln und urheberrechtliche Fragen, bevor in den Gruppen am Konzept ihrer Beiträge gefeilt wird. Von jetzt an arbeiten die Teams autonom und in ihrem eigenen Rhythmus. Wenn eine Gruppe bereit ist, kriegt sie Kamera- und Tonausrüstung und zieht los für die Dreharbeiten. Meistens kommen sie nach einer Weile schon zurück um ihr erstes Material zu sichten, besprechen und danach weiter zu drehen. Manche beginnen ihre ersten Bilder gleich zu schneiden, andere brauchen mehr Zeit für Dreharbeiten

So geht es die restlichen zwei Tage weiter. Nach einer kurzen Redaktionssitzung am Morgen arbeiten die Teams autonom an ihren Beiträgen. Wenn möglich organisieren wir kurze Ausbildungsblöcke über Schnitttechniken mit allen, viele Kenntnisse werden aber in den Gruppen auf Bedarf erklärt.

Je nachdem ob die öffentliche Sendung am Freitag-Nachmittag oder am Abend stattfindet, bleibt etwas mehr oder weniger Zeit um an den Beiträgen zu feilen. Klar ist, dass zum Redaktionsschluss alle Filme fertig sein müssen. Da visionieren wir alle Beiträge, definieren gemeinsam in der Redaktion einen Sendungsablauf und verteilen die Posten für die Sendung. Moderatoren üben ihre Präsentation, die Technikerinnen werden für ihre Aufgabe ausgebildet und wir machen eine Hauptprobe, wo die ganze Sendung einmal durchgespielt wird.

Die öffentliche Live-Sendung mit Publikum und Studiogästen wird anschliessend von den Schülern ganz alleine produziert, moderiert und aufgenommen.

Möglicher Ablauf mit Sendung am Freitag Nachmittag

Am Freitag Nachmittag kann zB. das ganze Schulhaus als Publikum eingeladen werden. Genaue Arbeitszeiten können selbstverständlich dem jeweiligen Stundenplan angepasst werden.

Grau: Anyma, Blau: Alle zusammen, Gelb: Gruppenarbeit

Möglicher Ablauf mit Sendung am Freitag Abend

Was kann ich als Lehrer im Voraus mit der Klasse vorbereiten?

Grundsätzlich funktioniert die Projektwoche als Block und bedarf keiner Vorbereitung der Schüler.

Falls die Sendung unter einem vorbestimmten Thema steht - was oft von Vorteil ist um auf gute Ideen für die Beiträge zu kommen - kann natürlich zu diesem Thema vorher in der Klasse schon gearbeitet werden. Dies kann jede Lehrerin in ihrem eigenen Stil machen, ohne Bezug auf die Fernsehwoche. Wenn sich die Kinder über ein Thema schon einmal Gedanken gemacht haben, kann sich das positiv auf die Qualität der Sendung auswirken.

Eine weitere Möglichkeit ist es, zB. im Deutschunterricht in Rollenspielen Interviewtechniken zu üben: Wie gehe ich auf Leute zu? Wie stelle ich meine Fragen, sodass mein Partner gezwungen ist, einen ganzen Satz zu machen und nicht einfach ja oder nein sagen kann? Was sind gute Fragen die auch gute Antworten herausfordern? Was sind langweilige Fragen? Wie kann ich meinem Partner genau zuhören und allenfalls auch nachhaken, weiterfragen, neue Fragen erfinden - anstatt nur einfach meinen Fragenkatalog vom Blatt herunterleiern…

Was kann ich als Lehrerin während der Woche beitragen?

Grundsätzlich wird die ganze Woche von den Animatoren von [ a n y m a ] geleitet und die Lehrperson kann sich gemütlich zurücklehnen oder längst anfallende Dinge erledigen.

Dies ist auch eine Möglichkeit, sich einmal zurückzuziehen und die Klasse aus einem anderen Blickwinkel zu beobachten

Natürlich darf sich die Lehrperson in der Redaktionssitzung bei der Ideenfindung einbringen. Meistens haben wir ja auch keine Ahnung von den lokalen Begebenheiten, der Umgebung des Schulhauses, den Kontakten, spannenden Persönlichkeiten die interviewt werden oder als Gäste in die Livesendung eingeladen werden könnten.

Es gibt zu helfen die Kontakte zu knüpfen, Telefonate zu machen, Recherchen auf dem Internet durchzuführen.

Je nachdem müssen einzelne Teams auch zu ihren Drehplätzen und wieder zurück chauffiert werden.

Uns ist jedoch wichtig, dass in den Arbeitsprozess der einzelnen Gruppen so wenig wie möglich eingegriffen wird. Wenn ein Kamerateam am drehen ist, sollen sie selbstständig sein, die Interviews auf ihre Art führen, die Fehler machen die zu machen sind…

Der Filmschnitt ist ebenfalls eine delikate Angelegenheit. Da gibt es viel zu diskutieren und zu lachen, aber es ist auch eine sehr mühselige Angelegenheit die einzelnen Teile zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen, es entstehen Konflikte die gelöst werden müssen, manchmal sinkt die Moral auf den Tiefpunkt und das Zwischenresultat ist oft bis zu einem späten Zeitpunkt unter allen qualitativen Ansprüchen. Aber auch da versuchen wir möglichst wenig in den Arbeitsprozess einzugreifen. Es ist wichtig, dass das Endprodukt von den Schülerinnen kommt und dass sie dazu stehen können. Natürlich zeigen wir die Arbeitstechniken und ein paar Tricks, wie man das Ganze zusammenschneiden kann. Ansonsten können wir nur ein wenig helfen - versuchen zu verstehen, was die Schüler aussagen wollen und ihnen helfen diese Geschichte zu erzählen. Gemeinsam die Arbeiten anschauen und Feedback geben. Sie auf Aussagen oder Bilder aufmerksam machen die sie ausgelassen haben. Ideen geben, was sie noch filmen könnten damit die Sache rund wird. Helfen, den Beitrag nur ein wenig mehr in die redaktionelle Linie zu rücken. Aber es bleibt ihr Beitrag und wir müssen auch damit leben, dass er nicht ganz so herauskommt wie wir es uns am Anfang vorgestellt haben…

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